Wien: Hitchcock lässt grüssen

Posted by Jola

Ein Spaziergang durch den Tiergarten birgt immer seine kleine Überraschungen und persönlichen Highlights. So auch am letzten Sonntag. Es war ein typischer Novembertag: kalt, tief hängende Wolken und ein wenig nieselnd. Kurzum: ein perfekter Tag für einen ruhigen und entspannten Zoobesuch.

Auf den Weg zum Hietzinger Eingang hab ich noch nie so viele bettelnde Eichkatzerl auf einmal gesehen. Vor mir ging eine jung gebliebene Dame mit einem voll bepackten Sackerl mit Nüssen. Die Eichkatzerl scheinen schon darauf (Besucher + Sackerl = Mampfi) konditioniert zu sein, denn kaum haben sie das Sackerl gesehen, sind sie zur Dame gelaufen und stibitzten die Nüsse direkt aus ihrer Hand.

Im Tiergarten führte mich der erste Weg wie immer direkt ins Pandahaus, wo Fu Long noch auf seinem Baumstamm schlummerte. Bei den Löwen herrschte eine ungewohnte Ruhe: Löwenmama Somali döste am Boden vor sich hin, die 3 Mini-Löwen thronten halb schlummernd auf dem großen Felsen. Familie Katta kuschelte miteinander in der Innenanlage auf ihrem „Hochplateau“, wohingegen ihre Fast-Nachbarn, die Roten Sichler, ihr Futter schon emsig in ihrem kleinen Teich putzten.

Roter Sichler beim Waschen eines Regenwurmes

Roter Sichler beim Waschen eines Regenwurms

Die Robben warteten schon auf die Vormittagsfütterung und huschten nur so hin und her.

Ein ungewohnter Weg führte mich diesmal ins Terrarien- und Aquariumhaus. Im vorderen Bereich des Terrariumhauses war es mir eindeutig zu warm (im Vergleich zu den etwa 10 Grad draußen). Vor dem Piranhaaquarium musste ich sofort an die alten Piranha-Filmklassiker denken (auch wenn die Gefährlichkeit der Piranhas für den Menschen eher eine „düstere Legende“ ist).

Piranhas in Warteposition

Piranhas in Warteposition

Weiter ging es zum – besser gesagt – durch den imposanten Unterwassertunnel mit seinen schon recht großen Bewohnern.


Der hintere Teil des Terrarium- und Aquariumhauses beherbergt unter anderem Nashornleguane, die von ihren frischen Salat mampften.

Nach all den genüsslich speisenden Tieren fing mein Magen an zu knurren. Darum beschloss ich eine kurze Jause auf einen der vielen Bankerl im Tiergarten einzunehmen und fand mich Sekunden später in einer „Szene“ wieder, die Hitchcocks „Die Vögel“ Konkurrenz machen konnte. Kaum hatte ich mein Jausensackerl aus dem Rucksack genommen (Besucher + Sackerl = Mampfi), flog ein kleiner frecher Spatz von hinten kommend direkt an meinem Kopf vorbei (nein, ich hab mich ganz und gar nicht erschreckt *g*) und setzte sich direkt vor meine Füße hin. Ich weiß nicht, woher dann plötzlich die ganzen kleinen Vogerl kamen, denn in sekundenschnelle war ich umringt… von lauter kleinen, absolut nicht scheuen Vogerl, die sich an mich heranpirschten… Zentimeter für Zentimeter… (und nein, ich habe sie nicht gefüttert)… Daraufhin beschloss ich, meine Jause ins Pandahaus zu verlegen, wo Fu Long bereits den frisch servierten Bambus inspizierte.

Alles in allem war dies für mich wieder ein rundum perfekter Zootag: ich habe meine geliebten Pandas und Großkatzen gesehen, als kleiner „Monster-Horror-Film-Fan“ konnte ich mich ein wenig gruseln und die Erkenntnis des Tages bestand darin, dass ich mir eine kleine Thermosflasche für Besuche an „frischen“ Tagen besorgen sollte. 😉

Salem_Saberhagen

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