Wien: Erste halbe Stunde bei den Orangs

Posted by Jola
Surya, Sari und Mota

Spiderman sprich Spider-Orang ist Surya, hinten bei der Wand diskutieren Sari (li) und Mota (re) wegs Frühstück! 8. Februar 2021

Am ersten Öffnungstag nach der 97-Tage Lockdown-Schließung am 8. Februar 2021 führte mein erster Weg gleich in der Früh um 09:00 Uhr (ausnahmsweise) nicht zu die Nashörner, sondern in die entgegengesetzte Richtung zu die Orang-Utans. Es war absolut faszinierend zu beobachten, wie Vladi, Sol, Mota, Surya und Sari nach so vielen Tagen ohne Besucher auf die Zweibeiner vor dem Glas reagierten …

Eines vorweg, sorry für die schlechte Qualität der Bilder. Mit angelaufener Brille, angelaufenem Objektiv und der Spiegelung im Haus sowie den Versuchen, Abstand zu halten, ging es leider nicht anders (habe dennoch bitterböse Blicke kassiert beim Versuch, Sol links vorne in der Ecke, wo die Malerin direkt beim Glas saß, irgendwie ohne Spiegelung zu erwischen). Ich möchte Euch dennoch die ersten Momente, als wieder Besuche bei den Orangs erlaubt waren, nicht vorenthalten. Zumal wir die beiden neuen Orang-Mädls Surya und Sari bisher noch gar nicht sehen konnten.

Auf dem Weg zur ORANG.erie hinüber fiel bei der Unterführung positiv auf, dass die Einbahn-Markierungen, an die sich ohnehin niemand gehalten hat und noch dazu als Linksverkehr, entfernt waren. Die verklebten Glasscheiben beim Lieblingsplatz der Orangs sind leider nach wie vor vorhanden. Vor der Außenanlage der Orang-Utans wurde eine neue Info-Tafel in deutscher und englischer Sprache zu den aktuellen Tieren angebracht. In der Außenanlage selber schaut es nach einer Erweiterung der Klettermöglichkeiten aus (ob das tatsächlich neu oder schon länger vorhanden ist, weiß ich leider nicht).

Infotafel Orangs

Die neue Infotafel mit den aktuellen Orang-Utans, 8. Februar 2021

Außenanlage Orang-Utans

Ist das neu? – Zahlreiche Klettermöglichkeiten in der Außenanlage der Orang-Utans, 8. Februar 2021

In die ORANG.erie dürfen gleichzeitig nur max. 10 „Gäste“ – irgendwie ein seltsamer Ausdruck für Tiergarten-Besucherinnen und -Besucher:

Infotafel 10 Gäste

Infotafel beim Eingang ORANG.erie, es dürfen nur 10 „Gäste“ gleichzeitig drinnen sein! 8. Februar 2021

Kurz nach neun Uhr in der Früh waren nur eine Handvoll Besucherinnen und die Malerin drinnen. Von den Orangs sah man lediglich Vladi kaum erkennbar in der Mitte vorne beim Glas unter einem Papierhaufen „versteckt“ sowie Surya rechts neben dem Futterautomaten. Von Mota konnte man rechts oben auf der Plattform nur ihren Rücken sehen, Sol huschte ganz hinten an der Wand entlang und kam neugierig langsam Richtung Glasscheibe vor. Und Sari war irgendwo unsichtbar hinten auf der Plattform.

Sol

Sol wirkte erstaunt bis überrascht und sehr zufrieden, als sie einige Stammbesucherinnen und die Malerin erkannte. Sie setzte sich gleich zu ihr in die Ecke und drückte dabei ihr Gesicht fest an die Glasscheibe, damit sie möglichst viel sehen konnte.

Sol

Erstaunt und neugierig kam Sol nach vorne …

Sol

… und drückte ihr Gesicht so fest an die Glasscheibe, damit sie sah, was die Malerin machte, dass das Glas von ihrem Atem anlief! 8. Februar 2021

Surya

Surya beschäftigte sich zuerst mit ihrem Frühstück, spielte dann Spiderman bzw. Spider-Orang auf der Glaswand. Die Zweibeiner vor dem Glas schienen ihr ziemlich egal zu sein. Surya lebt seit 13. Oktober 2020 in Wien. Sie kam am 28. Juni 2013 in Rostock zur Welt (#3542, Vater: Ejde #1782, Mutter: Gretel #1535).

Surya

Surya am 8. Februar 2021

Mota und Sari

Mota beschäftigte sich oben auf der Plattform mit ihrem Frühstück. Sie hielt ein Stück Gemüse fest in ihrer rechten Hand, als von hinten plötzlich Sari auftauchte. Sari versuchte zuerst durch Kuscheln und dann wohl durch Betteln, dieses Gemüsestück zu bekommen. Auch diese beiden haben sich nicht um die Besucher gekümmert, sie waren wohl zu sehr in ihre morgendliche Diskussion um das beste Frühstückshäppchen vertieft.

Sari und Mota

Sari (li) geht zu Mota (re) und will ihr das Frühstücks-Häppchen abschwatzen …

Sari und Mota

… doch Mota gibt es nicht her, hält ihren „Schatz“ nun in der anderen Hand fest umschlungen (Pfeil)! 8. Februar 2021

Sari ist seit Mitte November 2020 in Wien (genaues Ankunftsdatum wurde vom TGS nicht bekannt gegeben). Sie wurde am 21. November 2008 in Barcelona geboren (#3344, Vater: Karl, #2817, Mutter: Loki ,#1911). Am 15. November 2017 wurde sie nach Dublin geschickt, wobei klar war, dass sie dort nicht bleiben konnte. Denn Sibu, das Männchen dort, ist ihr Großvater. Sein Sohn Karl, Saris Papa, kam in Dublin zur Welt und lebt seit 12. Juli 2005 in Barcelona.

In Wien hat sich Sari mit Mota angefreundet. Ich hoffe, diese Verbindung bleibt noch länger bestehen. In Artis musste Mota von ihrer großen Tochter Kedua getrennt gehalten werden, da es zu heftigen Kämpfen zwischen den beiden gekommen ist. Ihre jüngste Tochter Surya (ist anscheinend ein beliebter Name für Orangs) wurde vorwiegend von Kedua aufgezogen. In Wien hatte sie lange kaum Kontakt zu den anderen Orangs, hatte Angst vor Nonja und musste von ihr getrennt gehalten werden. Deshalb war ich sehr erstaunt, dass sie zugelassen hat, wie aufdringlich sich Sari ihr gegenüber verhielt.

Vladimir

Und Vladimir? Ich habe ihn noch nie so erlebt! Der alte Herr lag vorne beim Glas, die Augen weit aufgerissen, wie ein kleines Kind vor dem Weihnachtsbaum, und beobachtete fasziniert die Zweibeiner. Selbst seine Nasenflügel waren hoch gezogen, höher geht es wohl nicht, um ja jeden Geruch von draußen wahrzunehmen. Das Ganze natürlich regungslos und schön versteckt, damit ihn niemand entdeckt …

Vladimir

Vladimir beobachtete die Zweibeiner fasziniert mit weit aufgerissenen Augen! 8. Februar 2021

Fotos © Jola Belik

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